Ulrichs Werkbank

VirtualBox ohne Guest Additions

13. November 2016
von Ulrich Hilger

 

 

Nicht nur zum Ausprobieren von Software oder bestimmter Konfigurationen ist es eine gute Idee, eine Virtualisierungslösung einzusetzen.

Auf der einen Seite werden Rechner immer leistungsfähiger und erlauben es, eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben zu erledigen. Andererseits sind Lösungen mindestens so unterschiedlich und verlangen nicht selten vollkommen gegenläufige Konfigurationen.

Virtualisierung und Containerisierung sind das Mittel der Wahl damit sich verschiedenste Einstellungen und Installationen auf einer Maschine nicht ins Gehege kommen.

Virtualisierung mit VirtualBox

VirtualBox ist hier schon seit die deutsche Firma Innotek noch hinter dieser Lösungs stand mein Favorit. Auf einem beherbergenden System installiert erlaubt VirtualBox die Ausführung beliebiger anderer Betriebssysteme. Genügend Leistung der betreffenden Maschine vorausgesetzt merken Programme, die so zur Ausführung kommen nicht, dass sie in Wirklichkeit nicht auf ihrem erforderten System laufen sondern nur in einer simulierten, virtualisierten Umgebung, die dem Zielsystem exakt entspricht.

Der Vermutstropfen: Guest Additions

Bereits von Anfang an gab es eine Einschränkung, die den Vermutstropfen der ansonsten brillianten Lösung darstellte: Die sogenannten Guest Additions müssen in ein Gastsystem eingebunden werden um zum Beispiel Teile des Dateisystems des Hosts an den Gast weiter zu reichen. Ausgerechnet diese Funktion ist ein nahezu immer nötiges Erfordernis an eine virtuelle Maschine: Durchgriff auf Dateisysteme des Wirtssystems.

Bedauerlicherweise ist auf Linux das Einbinden von sogennanten shared folders mit den VirtualBox Guest Additions eine nervige und wackelige Angelegenheit.

Um es kurz zu machen: Man sollte lieber ganz darauf verzichten. Für einen kurzen Test zu umständich herzustellen und für eine produktive virtuelle Laufzeitumgebung zu instabil und proprietär.

Die Lösung: NFS

Dabei kann es gerade auf Linux so einfach sein. Setzt man eine Linux-Maschine ein, an die verschiedene Datenträger angeschlossen sind welche auch von virtuellen Maschinen auf diesem 'Gastgeber' aus im Zugriff sein sollen, ist die Installation des Network File System eine stabile, standardisierte Lösung, die bedeutend einfacher einzurichten ist.

Wie der Beitrag Daten über das Network File System zugänglich machen beschreibt, erfordert es nur wenige Handgriffe, um sowohl auf dem Server als auch auf Clients die nötigen Zugriffe auf das Dateisystem per NFS durchzureichen.

Auf diese Weise kann man für diese Funktion komplett auf die Verwendung der VirtualBox Guest Additions verzichten und gewinnt neben Stabilität und Standardisierung der Lösung obendrein an Unabhängigkeit, da mit NFS kein nur für VirtualBox gültiger Ansatz verwendet wird.